Thomas Hoppe – Farbe in der Bildbearbeitung

Rezension

Thomas Hoppe
Farbe in der Bildbearbeitung
Mit Photoshop und Lightroom


1. Auflage 2018, 272 Seiten, Softcover, 24 x 17 cm, Hochformat, in Farbe
ISBN 978-3-95845-727-0, mitp-Verlag, 29,99 Euro

Der Autor:
Thomas Hoppe ist gelernter Medienpädagoge und freiberuflicher Fotograf mit Standort in Gelsenkirchen. Neben seiner Tätigkeit als Autor betreibt er ein Fotostudio mit Schwerpunkten auf Portraits, Hochzeiten, Familien- oder Bewerbungsfotos. In seinem Labor bietet Thomas Hoppe die Erstellung von Fachabzügen, Fine-Art-Prints oder Fotobüchern an. Das Spektrum seines Angebotes reicht von der Monitor- und Druckerkalibrierung bis hin zur Gestaltung von Einladungskarten oder Geschäftsdrucksachen. Bereits in seinem Buch „Farbmanagement für Fotografen“ beschäftigt sich Thomas Hoppe mit der Farbe in der Fotografie.

Das Buch:
„Farbe in der Bildbearbeitung“ erscheint in der sogenannten „Profi-Edition“ des mitp-Verlages. Bücher in dieser Reihe entstehen in Zusammenarbeit mit dem Magazin „PROFIFOTO“ und haben den Anspruch, professionellen Anforderungen zu genügen. Das Soft-Cover-Buch hat ein angenehme, kompaktes Format und liegt gut in der Hand. Papierqualität, Layout und Abbildungen sind ohne Tadel. Die Kapitel sind farbig markiert und auch im geschlossenen Zustand zur leichten Orientierung klar voneinander abgesetzt.

Der Inhalt:
Beim Anblättern des Buches findet der Leser prominent auf Seite 3 das Zitat eines Nobelpreisträgers. Eine Songtextzeile aus der „Ballad in Plan D“ von Bob Dylan soll den Leser auf das Motto des Buches einstimmen: Kreativität. Abgesehen davon, dass man über Sinn und Unsinn solcher Zitate im Rahmen eines Sachbuches streiten kann, geht die Message etwas am Ziel vorbei. Farbkorrektur, Farbgestaltung und Farblooks sind die Themen des Buches – Kreativität hat allenfalls bei letzterem Thema eine gewisse Bedeutung. Der überwiegende Teil des Buches jedoch beschreibt rationales Handwerk, um Fotos farblich zu optimieren. In diesem Fall wird Herr Dylan daher leider vergebens bemüht, noch dazu in einem Zusammenhang, dem die düstere Stimmung des genannten Songs völlig entgegen steht.

Der weitere Inhalt gliedert sich in sechs Kapitel:

  1. Farbtheorie – 39 Seiten
  2. Farbbearbeitung in Lightroom – 32 Seiten
  3. Farbwerkzeuge in Photoshop – 26 Seiten
  4. Farbkorrektur in Photoshop – 37 Seiten
  5. Farbgestaltung in Photoshop – 42 Seiten
  6. Farblooks – 45 Seiten

Danksagungen und ein ausführlicher Index folgen den Kapiteln am Schluss.

Schon am Inhaltsverzeichnis ist leicht abzulesen, dass Photoshop der weitaus größere Teil des Buches gewidmet ist. Wer also hauptsächlich mit Lightroom arbeitet kann nach Seite 88 gleich auf die Seite 225 blättern, wo es im Kapitel Farblooks nochmal kurz um die Möglichkeiten in Lightroom geht. Das Lightroom-Kapitel (Kapitel 2) behandelt Themen wie Werkzeuge, Raw-Konverter, Entwicklung, Weißabgleich, Farben, Hauttöne und die Bearbeitung eingescannter Fotos.

In allen Kapiteln werden Sachverhalte anschaulich beschrieben und mit zahlreichen Screenshots der Menüs sowie vielen Beispielfotos illustriert. Text- und Bildanteile sind ausgewogen und didaktisch gut aufeinander abgestimmt. Das programmübergreifende Kapitel 1 zur Farbtheorie ist hierfür ein Paradebeispiel. Thomas Hoppe überzeugt durch tiefes Detailwissen und führt den Leser durch die Zusammenhänge von Kontrast / Helligkeit / Farbton / Sättigung und Luminanz. Ausführungen zu Farbharmonien, psychologischer Wirkungsweise von Farben, Farbmodellen und -theorien ergänzen die Betrachtungen des Autors und überzeugen den Leser von der Kompetenz des Autors.

Nach diesem theoretischen Teil widmet sich Thomas Hoppe der Farbgestaltung mittels Lightroom und Photoshop. Anhand von Bildbeispielen werden die Einflüsse der Programm-Werkzeuge erläutert. Um die Beispiele selbst Schritt für Schritt nachvollziehen zu können, lassen sich die Originalfotos von der Website des Verlages herunterladen. Der Autor geht auf alle wichtigen Werkzeuge ein. Tonwertkorrektur, Gradationskurven, Dynamik, Balance, Farbe ersetzen… – alles wird abgehandelt und erklärt. Auch alltägliche Probleme wie beispielsweise die Beseitigung von Farbstichen oder die farbliche Angleichung von Fotos werden behandelt. Insbesondere bei der Erstellung von Farblooks (Kapitel 6) wird erläutert, wie man sich Presets erarbeitet, die einen persönlichen Stil oder eine gewünschte Stimmung erzeugen und dann auf eine Bilderserie angewendet werden können.

Für wen ist dieses Buch geeignet?
Für Leser, die mehr über Farben und ihre Wirkungsweisen erfahren möchten
Für alle Anwender von Lightroom oder Photoshop als Basiswissen zum Thema Farben
Für Anwender von Lightroom oder Photoshop, die ihre Werkzeuge besser kennenlernen möchten
Für Leute, die Autoren mit einem Hang zu Bob-Dylan-Zitaten mögen 🙂

Fazit:
„Farbe in der Bildbearbeitung“ ist ein umfangreicher und fundierter Ratgeber für Fotografen, die die Farbgestaltung in Lightroom oder Photoshop besser verstehen lernen möchten. Nach erfolgreicher Lektüre wird man mehr über Farben an sich wissen und über die Möglichkeiten ihrer Beeinflussung durch die Werkzeuge der genannten Programme. Mit Kreativität hat das zunächst nur wenig zu tun. Die sollte der Fotograf bereits bei der Wahl des Motivs bemüht haben.

 

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