Oliver Feld – Professionelle Produktfotografie

Rezension

Oliver Feld

Professionelle Produktfotografie

2012, 352 Seiten, mitp-verlag; ISBN-10: 3826650786, Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 1,1 x 22 cm, Preis: Kindle-Edition 24,99 €

 

1. Anspruch
Das Buch eines Praktikers. Schon auf der Rückseite des Covers, auf der der „Aufbau der Ente unter der Schreibtischlampe“ beschrieben wird, macht deutlich, dass hier einer schreibt, der Ahnung hat. Der Anspruch des Buches ist es, „unterhaltsam“ (Zitat) zu verdeutlichen, worauf es ankommt, wenn man Produkte perfekt in Szene setzen möchte.

2. Der Autor
Oliver Feld arbeitet laut Buchangabe seit 25 Jahren als professioneller Werbefotograf. Im Laufe der Jahre wurde die Produktfotografie sein Spezialgebiet. Auf seiner Website www.die-produktfotografie.de gibt er weitere Tipps, zeigt Beispiele seiner Arbeit und bietet Workshops an.

3. Eindruck / Bewertung
Produktfotografie ist in der Tat ein besonderes Buch. Besonders meint in diesem Fall außergewöhnlich in des Wortes bester Bedeutung. Außergewöhnlich in der Art und Weise, wie der Autor sein unzweifelhaft vorhandenes Wissen zu vermitteln sucht. Außergewöhnlich im Duktus der Sprache, im Erzählstil, in den unregelmäßig eingestreuten Nebensätzen und Anekdoten aus dem Leben eines Werbefotografen.

Aufbau und Abfolge der Kapitel sind schlüssig und nachvollziehbar. Nach einer Einführung ins Thema, die mit der Aussage endet „es gibt ein paar Grundregeln, das Werkzeug dazu ist das Licht, der Rest ist Gefühl“, folgt ein Kapitel über das Licht, dann eines über Lampen, eines zum Thema Kamera und ein weiteres zu Objektiven. Erst wenn wir dieses Basiswissen hinter uns haben, geht es zur Sache und Oliver Feld zeigt uns anhand von Beispielen was es beim Aufhellen von Objekten, bei Reflexen, bei den Themen Food, Glas oder Chrom zu beachten gilt. Objekte der Aufnahmen spannen sich von der gelben Quietschente bis zum iPhone oder zur Chrom-Armatur aus dem Sanitärbereich. Und immer werden die Lektionen begleitet durch flüssiges Erzählen und der ein oder anderen Abschweifung aus der Praxis. So bekommt man nicht nur die reine Technik erklärt sondern erfährt auch noch, dass es hochbezahlte Spezialisten gibt, die nichts anderes machen als Food fürs Ablichten zu stylen. Da kommen dann schon mal Styroporkügelchen als Bierschaum zum Einsatz.

4. Für wen ist dieses Buch geeignet?
Vermutlich ist es nicht jedermanns Geschmack, vermutlich ist es schwer zu verdauen für den rationalen Ratgeber-Leser. Für denjenigen jedoch, der sich dem Thema leichtfüßig annähern möchte und dem eine etwas kumpelhaftige Ansprache gelegen kommt, ist das Buch – und der Autor – buchstäblich vom ersten Satz an ein Gewinn.

Fazit:
Professionelle Produktfotografie ist ein hilfreicher Ratgeber für alle, die sich mit dem Thema beschäftigen möchten. Basiswissen über Licht und Kameratechnik, ergänzt um wertvolle Tipps zu den einzelnen Themen des Genres vermitteln einen sehr guten ersten Eindruck davon, was zukünftige Produktfotografen erwartet, wenn sie tiefer in das Thema einsteigen möchten.

 

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