Marion Hogl – Digitale Fotografie

Rezension

Marion Hogl

Digitale Fotografie- Die umfassende Fotoschule für Technik, Bildgestaltung und Motive

2018, Hardcover, gebunden, farbig, 24 x 22 cm, Hochformat, 708 Seiten, ISBN 978-3-8421-0324-5Rheinwerk-Verlag, 39,90 Euro

Die Autorin:

Marion Hogl ist freie Fotografin in München und beschäftigt sich schon lange mit digitaler Fotografie. Sie betreibt die Website Seh-Sterne mit Beispielen ihrer Arbeit und Angeboten fotografischer Dienstleistungen. Ihr Wissen und ihre Erfahrung gibt sie darüber hinaus in Workshops weiter und in Form von Buchveröffentlichungen.

Das Buch:

„Digitale Fotografie“ ist ein handwerklich perfekt gemachter 700-Seiten-Wälzer, der alleine schon durch sein Gewicht und den imposanten 45 mm breiten Buchrücken für Präsenz im Bücherregal sorgt. Papiersorte, Druckqualität und Verarbeitung sind von erster Güte. Das beinahe quadratische Format ermöglicht ein komfortables Blättern der Seiten, die jeweils aufgeschlagene Seite bleibt problemlos auf dem Tisch liegen. Das gewählte Format erlaubt außerdem ein großzügiges Layout der Seiten. Texte, Abbildungen, Grafiken oder erklärende Infoboxen haben viel Platz, um im Lesefluss sinnvoll angeordnet zu werden. Zwar verschwindet auch bei diesem Buch ein kleiner Teil doppelseitiger Abbildungen naturgemäß im Rückenfalz, aufgrund des großen Gesamtformates der aufgeschlagenen Seite und durch die relativ weite Öffnung des Falzes ist das jedoch vertretbar.

Farbige Reiter im Seitenkopf, die auch im geschlossenen Zustand des Buches sichtbar sind sowie ein Lesebändchen erleichtern die Orientierung beim Lesen.

Der Inhalt:

Aufgeteilt ist das Buch in vier Hauptteile mit insgesamt 22 Kapiteln:

Teil I:  Technik

  1. Die digitale Fotografie verstehen (54 Seiten)
  2. Bilder richtig belichten (46 Seiten)
  3. Perfekte Schärfe erzielen (38 Seiten)
  4. Objektive (40 Seiten)
  5. Zubehör für bessere Fotos (22 Seiten)
  6. Richtig blitzen (28 Seiten)

Teil II: Bildgestaltung

  • Motive Sehen (16 Seiten)
  • Mit Licht und Farbe gestalten (28 Seiten)
  • Bilder komponieren (32 Seiten)

Teil III: Fotopraxis

  1. Menschen fotografieren (46 Seiten)
  2. Naturfotografie (26 Seiten)
  3. Makrofotografie (14 Seiten)
  4. Tiere vor der Kamera (18 Seiten)
  5. Stadt und Architektur fotografieren (14 Seiten)
  6. Nacht und Blaue Stunde (18 Seiten)
  7. Action und Events fotografieren (18 Seiten)
  8. Im Studio fotografieren (20 Seiten)
  9. Nutzen Sie die Möglichkeiten der digitalen Fotografie (28 Seiten)
  10. Die Zukunft der Fotografie (18 Seiten)

Teil IV: Bildbearbeitung und Präsentation

  • Bilder bearbeiten (40 Seiten)
  • Bilder mit Effekten versehen (8 Seiten)
  • Bilder wirkungsvoll präsentieren (18 Seiten)

Ergänzt wird der Kapitelteil durch anhängende Informationen zu Troubleshooting, zum Beruf des Fotografen und zu rechtlichen Aspekten der Fotografie. Begriffserklärungen und ein Stichwortverzeichnis schließen den Inhalt ab.

Alle Kapitel sind reich bebildert, zu jedem Foto werden die wesentlichen technischen Daten abgedruckt. Die Sorgfalt der Bildauswahl und vor allem die hohe fotografische Qualität der Abbildungen lassen keinen Zweifel daran, dass die Autorin ihr Handwerk versteht. Die Fotos sind durch die Bank hervorragend und natürlich auch ein Versprechen der Autorin, als Leser ebenso gut werden zu können, wenn man sich an die aufgezeigten Tipps hält. Das kann durchaus gelingen, wenn es auch – wie Marion Hogl in ihrem Vorwort schreibt –  für ein gutes Foto kein „allgemeingültiges Richtig oder Falsch“ gibt. „Ein gutes Bild ist ein Foto, das Ihnen gefällt“ schreibt die Autorin weiter und wer nicht darauf angewiesen ist, mit Fotos Geld zu verdienen – also anderen zu gefallen – darf es sich tatsächlich so einfach machen. Ein sympathischer Ansatz, der viel Druck aus dem Hobby des Fotografierens herausnimmt und gleichzeitig die Zielgruppe des Buches definiert.

„Digitale Fotografie“ ist als Nachschlagewerk für Einsteiger konzipiert. Ein Schweizer Messer für den Hobbyisten, der nicht lange überlegen möchte, wo er eine Information suchen muss. Erst wenn die schnelle Basisinfo nicht mehr ausreicht, werden weiterführende Recherchen, die über das Buch hinausgehen, erforderlich. Aber dann hat man das Stadium des Einsteigers auch erfolgreich hinter sich gelassen. Titel und Kapitelsammlung halten zu jedem Zeitpunkt was sie versprechen. Es gibt kein fotografisches Grundthema, zu dem das Buch nicht zumindest eine Randnotiz liefern würde. Wer auf der einsamen Insel strandet und mit dem Fotografieren beginnen möchte, ist mit diesem Buch mehr als ausreichend versorgt.

Bis auf die Kapitel zur aktuellen Kameratechnik und zu zukünftigen Entwicklungen sind alle anderen Inhalte universell und damit zeitlos. Kameratechnik überholt sich ständig, DSLRs werden bald nicht mehr Stand der Technik sein. Hier wird das Buch mit der Zeit veralten und Neuauflagen erforderlich machen. Genauso wie beim Kapitel „Zukunft der Fotografie“ wo es aktuell um Drohnen und Lichtfeldfotografie geht – Techniken, die zum Teil schon Alltag sind und zum anderen im Verschwinden begriffen. Was die Zukunft tatsächlich bringen wird, ist nicht vorauszusehen.

Für wen ist dieses Buch geeignet?

  • Für Einsteiger in die Fotografie
  • Für Leute, die am großen Spektrum der Fotografie interessiert sind
  • Für Liebhaber guter Fotos aus allen Genres
  • Für Freunde umfassender Nachschlagewerke

Fazit

In “Digitale Fotografie” hat Marion Hogl das Grundwerkzeug des Fotografierens zusammengetragen. Das auch didaktisch sehr gut gemachte Buch hat das Zeug zum Standardwerk. Es darf sich mit Fug und Recht “umfassende Fotoschule für Technik, Bildgestaltung und Motive” nennen.

©book-reviews 2019