Gulbins / Steinmüller – Fine Art Printing für Fotografen

Rezension

Jürgen Gulbins, Uwe Steinmüller
Fine Art Printing für Fotografen
Hochwertige Fotodrucke mit Inkjet-Druckern

5. Auflage 2018, Hardcover, farbig, 25,5 x 21 cm Hochformat, 514 Seiten,
ISBN 978-3-86490-566-7, dpunkt-Verlag, 44,90 Euro

Die Autoren:
Jürgen Gulbins ist seit vielen Jahren als Fachbuchautor tätig. Seine Themengebiete umfassen IT-Technologie, Datenmanagement, Internet, Typographie und schließlich auch die Fotografie. Von ihm stammen zahlreiche Veröffentlichungen zu Photoshop, Lightroom oder Schwarzweißfotografie. Jürgen Gulbins ist Mit-Herausgeber des kostenlosen E-Magazins fotoespresso.

Uwe Steinmüller war Fotograf mit Wirkungsstätten in Deutschland und USA. Seine Schwerpunkte lagen in Natur- und Landschaftsfotografie sowie bei Stillleben. Als Autor hat er Themen wie Raw-Konvertierung oder die digitale Dunkelkammer aufgegriffen und Bücher dazu veröffentlicht. 2010 war er Preisträger des Deutschen Fotobuchpreises. Uwe Steinmüller ist 2014 verstorben.

Das Buch:
„Fine Art Printing für Fotografen“ ist technisch perfekt gemacht. Stabiles Hardcover, feste und doch leicht zu blätternde Bindung, angenehmes Papier mit hoher Qualität der Abbildungen sowie eine unaufgeregte, leicht lesbare Typographie und eine großzügige Seitengestaltung lassen keine Wünsche offen. Kurze Texte und Abbildungen entlang des Haupttextes liefern ergänzende Informationen, die Kapitel sind durch Einführungs-Doppelseiten gegliedert. Ein Lesebändchen hilft beim Nachschlagen.

Der Inhalt:
Der Inhalt des Buches gliedert sich in ein Vorwort, neun umfangreiche Kapitel und drei Anhänge, in denen auch Glossar, Literatur, Quellen und Index zusammengefasst sind. Die Kapitel lauten im Einzelnen:

  1. Drucktechniken (28 Seiten)
  2. Tinten, Papiere und Haltbarkeit von Drucken (28 Seiten)
  3. Grundlagen des Farbmanagements (59 Seiten)
  4. Workflow vor dem Drucken (57 Seiten)
  5. Der eigentliche Druck (48 Seiten)
  6. Drucken mit Lightroom (34 Seiten)
  7. Schwarzweißdrucke (31 Seiten)
  8. Drucken mit RIP oder Drucksoftware (37 Seiten)
  9. Bildbeurteilung und Druckpräsentation (34 Seiten)
  1. Beispiele für Fine-Art-Drucker (51 Seiten)
  2. Papiere für den Fine-Art-Druck (30 Seiten)
  3. Glossar, Literatur, Quellen, Index (19 Seiten)

Aufbau und Umfang der Kapitel handeln das Thema Fine Art Drucken mit Tintenstrahldruckern umfassend ab. Die einzigen Beschränkungen beziehen sich auf die Anzahl und die Auswahl der im Buch behandelten Soft- und Hardware. Bei der Software konzentrieren sich die Autoren auf die wichtigsten Programme zur Bildbearbeitung: Photoshop und Lightroom. Im Kapitel 8 (s.o.) werden ergänzend dazu die Druckprogramme MiragePro und Printao 8 behandelt, sowie die RIP-Software QuadTone, ColorByte und EFI Fiere eXpress. Hardwareseitig werden die Fine Art Drucker von Canon, Epson und Hewlett Packard beispielhaft besprochen, womit die wichtigsten Anbieter derartiger Geräte berücksichtigt sein dürften.

Gleich vorweg: es ist kaum vorstellbar, das Thema Fine Art Printing mit Inkjet-Druckern umfassender abzuhandeln. Schon auf den ersten Kapitelseiten wird klar, dass es einen himmelweiten Unterschied gibt zwischen dem simplen Auslösen des Print-Befehls, um ein Foto von Tante Käthe auf Aldi-Fotopapier zu klecksen und dem Anfertigen eines hochwertigen Ausdrucks einer zuvor für den Druck optimierten Aufnahme. Richtiges Druck-Management ist eine halbe Wissenschaft und wer bislang der Meinung war, Tintenstrahldrucker ist gleich Tintenstrahldrucker wird erfolgreich eines Besseren belehrt. Echte Fine Art Drucker sind dünn gesät und können eine richtige Investition darstellen. Bei den Einsteigergeräten allerdings weniger durch die Anschaffungskosten als vielmehr durch den Unterhalt, d.h. durch die Bestückung mit bis zu zwölf verschiedenen hochwertigen Tintenpatronen und durch die Wahl wirklich erstklassigen Papiers. Dann jedoch – und unter Berücksichtigung der zahllosen Informationen und Empfehlungen der Autoren – lassen sich aus diesen Geräten Drucke zaubern, die Galerie-Qualität besitzen.

Die Art und Weise wie die Inhalte didaktisch aufgebaut sind und sprachlich vermittelt werden zeugt von hoher Kompetenz der Autoren. Hier schreiben Fachleute und man kann ihrem Ratschlag vertrauen. Gleichgültig ob es sich um Druckverfahren, Software-Workflows oder Papiertechnologie handelt. Gerade diese umfassende Abhandlung des Themas, quasi vom ersten Anfassen der Menüregler bis hin zum letzten gedruckten Tropfen, macht dieses Buch zur absoluten Empfehlung.

Für wen ist dieses Buch geeignet?
Für Einsteiger und Fortgeschrittene im Fine-Art-Drucken
Für alle, die beim Druck bessere Ergebnisse erzielen möchten, auch auf konventionellen Geräten
Für Interessierte an den Grundlagen des Farbmanagements
Für Leute, die nach dem besten Workflow für Druckaufträge suchen

Fazit
„Fine Art Printing für Fotografen“ ist ein Ratgeber im besten Sinne. Es ist eine umfangreiche, umfassende und kompetente Abhandlung des Themas von Anfang bis Ende und sehr zu empfehlen.

 

©book-reviews.club 2018